Schweden - Magmatite - Götemar-Granit

Götemar-Granit gehört zu den anorogenen Intrusionen im östlichen Schweden (ca. 1450 Mio. Jahre). Wie der gleichalte und ähnlich aussehende Jungfrun-Granit ist er ein glimmerarmer Perthitquarzgranit mit pyterlitischem Gefüge. Auffallend ist im Götemar-Granit das Auftreten von Kluftflächen, die mit Mineralen wie Pyrit, Fluorit und Epidot bekleidet sind. Hinweise auf spätere tektonische Beanspruchung lassen sich zudem aus den häufig auftretenden Pegmatit- und Aplitadern, aus Spalten mit Sandsteinfüllung und möglicherweise auch aus dem stellenweise reichlich vorhandenem Muskovit ablesen.
 
 
Handstücke aus dem Anstehenden, Geozentrum Hannover, BGR Berlin u. a.:
Götemar-Granit Götemar-Granit Götemar-Granit Götemar-Granit
bei Sandvik, W des Götemar  S Götebo, W des Götemar S Sandvik Steinbruch E Misterhult
Götemar-Granit Götemar-Granit Götemar-Granit Götemar-Granit
Steinbruch 158, Gästersnäs Steinbruch 158, Gästersnäs Steinbruch 156, Götebo Straßenaufschluss bei Bussvik
Götemar-Granit
Steinbruch N Krakemåla 2 Steinbruch N Krakemåla 2 Steinbruch N Krakemåla 2 Steinbruch SW Krakemåla
feinkörniger Götemar-Granit  
Fa Dassel, Allagen NW Gässhult S Götemar  
Umgebungsgesteine:
Alkalifeldspatgranit Småland-Granit Götemar-Granit Blauquarzgranit
im Ort Götebo (W-Randzone) Småland-Monzonit, N Götebo Blauquarzgranit, SE Gersebo Gersebo-Granit, N Gersebo
       

Beschreibung aus Zandstra 1988 (s. u.) S. 278:
Götemar-Granit
"... Grober Granit mit roten Feldspäten, die von abgerundeten oder tropfenförmigen, rauchbraunen bis weißen Quarzen umgeben sind; wenig Biotit; mitunter etwas Muskovit; Haupttypus einigermaßen gleichkörnig; fast kein eigenständiger Plagioklas.

Götemar-Granit wird seit den 30er Jahren in großem Umfang in Steinbrüchen gewonnen und in alle Himmelsrichtungen exportiert (Müldner & Meyer 1970). Der grobe Haupttypus ist als Intrusivgestein in die umgebenden älteren Småland-Granite eingedrungen.
Das Götemar–Massiv befindet sich vereinfacht gesagt zwischen den Städten Västervik und Oskarshamn. Wie beim Jungfrun-Granit handelt es sich bei dem Haupttypus um ein Gestein mit pyterlitischen Merkmalen, was sich in der Neigung zur kranzförmigen Anordnung der Quarze um die meist bis 1,5 cm, aber auch bis 3 cm großen Kalifeldspäte äußert. Von den anderen Småland-Graniten unterscheidet sich der Götemar-Granit zudem durch das nahezu vollständige Fehlen von eigenständigem Plagioklas. Auch ein Plagioklasmantel um Kalifeldspäte tritt nicht auf. Der körnige oder tropfenförmige Quarz ist wesentlich kleiner als der Feldspat; seine Farbe ist rauchbraun bis weiß, nicht bläulich wie bei den meisten Växjö-Typen. Der Gehalt an Biotit oder Chlorit wechselt, ist aber meist niedrig. Muskovit tritt regelmäßig auf, besonders in mittel- und feinkörnigen Varianten, die zuweilen als Muskovitgranite eingestuft werden können. Vor allem in porphyrischen Typen werden Biotit und Muskovit nebeneinander gefunden. Der vollrote, grobkörnige Haupttypus enthält in der Regel keinen Muskovit. Flussspat und Apatit kommen sporadisch vor. Der Kalifeldspat besteht aus Mikroklinperthit.
Die oben beschriebene grobe Form, ein „Ein-Feldspat-Granit“ ist als Leitgeschiebe gut zu gebrauchen. Die mittelkörnigen, feinkörnigen und porphyrischen Typen decken ein kleineres Gebiet ab und sind weniger gut zu erkennen (Kresten & Chyssler 1976).
Die schönsten grobkörnigen, vollroten Varietäten („Gothenrot“-Granit) wurden in der Steinindustrie als Ersatz für den Jungfrun-Granit verwendet, mit dem eine große Ähnlichkeit besteht. Diese Handelsqualität zeichnet sich durch große rauchgraue oder braungraue Quarzkörner aus; daher stammt der im Handel gebräuchliche Name „Kristallgranit“. Zu diesen Kristallgraniten wird auch der Vånevik-Granit gerechnet, sofern das Gestein große, deutlich blaue Quarze enthält sowie weitere grobkörnige, homogene Småland-Granite mit schönen, großen Quarzkörnern..."
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
 

Literatur:
Åberg G. et al. 1985: The Götemar granite - isotopic and geochemical evidence for a complex history of an anorogenic granite, GFF VO: 106, 4 S. 327-333
Åhäll K. I. 2001: Åldersbestämning af svårdaterade bergarter i sydöstra Sverige. SKB R-01-60 (PDF-Datei) [u. a. zum Gersebo-Granit]
Hesemann J. 1975: Kristalline Geschiebe der nordischen Vereisungen, GLA Nordrhein-Westfalen. S. 37
Holmquist P. J. 1906: Studien über die Granite von Schweden, Bulletin of the Geological Institutions of the University of Upsala 1906 S. 157
Kornfält K.-A., Persson P.-O., Wikman h: 1997: Granitoids from the Äspö area, southeastern Sweden - geochemical and geochronological data, GFF 119, 2 S. 109-114
Kresten P., Chyssler, J. 1976: The Götemar massif in south-eastern Sweden: A reconnaissance survey
GFF 98, 2 S. 155-161
Kresten P. 1986: The granites of the Västervik area south-eastern Sweden, SGU C 814
Lundqvist T. 1979: The Precambrian of Sweden - Sveriges Geologiska Undersökning (C) 768: 1-87
Smellie J. A.T., Stuckless J. S. 1985: Element mobility studies of two drill-cores from the Götemar granite (Kråkemåla test site), southeast Sweden, Chemical Geology 51, 1-2 S. 55-78
Svedmark E. 1903: Beskrifning till kartbladet Oskarshamn, SGU Ac 5 S. 1-85
Zandstra J. G. 1988: Noordelijke kristallijne gidsgesteenten, E. J. Brill 1988
Zandstra J. G. 1999: Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten, Backhuys Leiden, Nr. 1
67
Nummern der Steinbrüche in: Malmer, industriella mineral och bergarter i Kalmar Län, SGU Rapporter och Meddelanden Nr. 65, Uppsala 1991
 
siehe auch die Darstellung in: http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=7198#more-7198 (top 3)
 
 

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